Psychomotorik

Warum Psychomotorik?
Kinder wollen rennen, klettern, springen und toben.
Kinder wollen die Welt erforschen und ausprobieren, begreifen, was ihnen in die Hände „fällt“.
Kinder wollen sich selber, ihre Umwelt, Freunde und Spielkameraden kennenlernen.
Kinder wollen spielend die Welt entdecken und so Erfahrungen für’s Leben machen.
Dabei spüren sie ihren Körper und seine Grenzen.
Sie erleben Freude, Angst, Wut, Hilfe von anderen und Zuversicht.
Wie kaum eine andere Phase ist die Kindheit eine bewegte Zeit. Kinder sind neugierige, aktive und selbsttätige Menschen. Durch eigene Erfahrungen und unbeirrbares Tätigsein entwickeln sie Unabhägigkeit und Selbstbewußtsein.
Psychomotorische Entwicklungsförderung greift die kindliche Lust am Bewegen und Entdecken auf, die Kinder werden in der Stunde zu Gestaltern ihrer Bewegungsräume.

Was ist Psychomotorik? "Erfahren und begreifen durch spielen und sich bewegen“,
Psychomotorik ist eine ganzheitliche Entwicklungsförderung durch Bewegung und Spiel.

Was will Psychomotorik?
Psychomotorische Förderung setzt bei den Stärken der Kinder an – diese weiter zu entwickeln ist das Ziel der Stunden. Psychomotik ist eine Haltung, die die Art und Weise des Umgangs miteinander und die Atmosphäre während der Stunden bestimmt.

Folgende Entwicklungen werden angeregt:
  • Körpererfahrungen in Bewegung und Ruhe (Entspannung)
  • Entwicklung aller Wahrnehmungsbereiche, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Raum- und Zeitorientierung
  • Förderung der Fein- und Grobmotorik
  • Förderung des Gleichgewichts, der Koordination und der Geschicklichkeit
  • Entwicklung von Ich-, Material- und Sozialkompetenz
  • Stärkung des Selbstvertrauens
Wer kann teilnehmen?
Psychomotorische Förderung ist für folgende Kinder besonders geeignet:
  • Kinder, die in ihren Bewegungen ängstlich oder gehemmt erscheinen, die wenig Selbstbewusstsein haben
  • Kinder mit Entwicklungsverzögerung und Verhaltensauffälligkeiten, die zu Problemen im Alltag führen
  • motorisch unruhige Kinder sowie Kinder mit Konzentrationsproblemen

Wie sind die Stunden aufgebaut?
Begrüßung


Lauf- und Fangspiel


Einführung des Stundenthemas


Neben den Bewegungserfahrungen sammeln die Kinder "Im Farbenland"
vielfältige Materialerfahrungen (Förderung von Kreativität und Fantasie, hier mit Tüchern)


Wir bauen ein Piratenschiff

Die Kinder überlegen, wie das Piratenschiff aussehen soll, tragen, bauen, ziehen, schieben die Geräte an den ihren Platz. Dann beginnt das Ausprobieren: balancieren, springen, kriechen und rollen, alle Kinder sammeln vielfältige Bewegungs- und Körpererfahrungen im Piratenschiff.


Piraten in Sicht!
Die Piraten werden von einem anderen Schiff angegriffen (Rollenspiel). Die Kinder sind sicher: wir gehören zusammen, wir wollen unser Schiff verteidigen. Sie werfen abwechselnd, manchmal sind Treffer dabei. Neben dem Werfen und Zielen stehen in dieser Stunde schwerpunktmäßig die sozialen Erfahrungen (zusammenarbeiten, hintereinander werfen, sich miteinander über Treffer freuen, anspornen, jetzt los noch mal...) im Mittelpunkt.


Ruhespiel und Ausklang
Nach einer intensiven Bewegungszeit bauen die Kinder die Geräte wieder ab und treffen sich zum letzten Spiel der Stunde. Diesmal ist es eine Ballmassage zu zweit. Die Kinder hören der Geschichte zu und genießen die entspannte Athmosphäre am Stundenende. Alle gehen sehr behutsam mit dem Partner um.


Und tschüß, das war's für heute.
 

Die etwas andere Sichtweise der Psychomotorik
Unsere Aufgabe als Erzieher ist es nicht dem Kind zu zeigen wie es Dinge tun kann, wie es sich verhalten soll oder gar für das Kind Dinge zu tun. Die Kinder erhalten in den Stunden Raum, Zeit und Material eigene Ideen umzusetzen und sich mit den ergebenden Problemen und Schwierigkeiten auseinanderzusetzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Dabei lernen Kinder ihren Körper kennen und setzen sich aktiv mit Kleinmaterial auseinander. Sie lernen auch auf andere einzugehen und miteinander ein gemeinsames Spielinteresse zu verfolgen.
In der psychomotorischen Förderstunde wird ein eine sichere, wertschätzende und vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen, in der sich das Kind traut sich und seine Fähigkeiten selbst zu entdecken und auszubauen. Der Leitsatz lautet dazu „so wenig Unterstützung wie möglich, aber soviel wie nötig.“ Oder „hilf mir es selbst zu tun.“
Dazu gehört auch dem Kind weniger Antworten zu geben, sondern vielmehr das Kind zum Fragen zu animieren. Fragen öffnen die Fantasie und Kreativität. Durch das eigene Denken und Beschäftigen mit einem Problem entdeckt das Kind oftmals selbst eine Lösung für eine Frage, ein Problem o.ä.! Es probiert Dinge aus und macht auch durch Versuch und Irrtum wichtige Erfahrungen. Durch ihren eigenen Einsatz erhalten sie die Antwort auf ihr Problem. Das Kind ist selbst wirksam. Ganz allein das Kind hat es geschafft (z.B. zum ersten Mal die Kletterwand hochzuklettern, vom Kasten in die Tiefe zu springen oder zwei Ggegenstände gleichzeitig zu transportieren). Dann bekommt es von außen die Botschaft gesendet: „Das kannst du. Prima!“ Durch das Spüren der eigenen Selbstwirksamkeit bekommen die Kinder ein gesteigertes Selbst-wert-gefühl und trauen sich mehr zu! Wir können das Kind ermutigen und bestätigen, doch die Erfahrung selbstwirksam zu sein, kann jedes Kind nur alleine machen.
Gehen wir einen Schritt zurück. Im Interesse der Kinder.






Psychomotorische Bewegungsstunden werden nach Bedarf und Interesse angeboten.
Elterngespräche können vereinbart werden.